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Lastprofile mit Listen-Funktion

Elektronische Lasten sind in der Lage, durch die Listenfunktion Lastprofile nachzubilden und Strom und Spannung zeitgleich in verschiedenen Intervallen aufzuzeichnen. Dies ist in allen vier Betriebsarten Strom-, Leistungs-, Widerstands- und Spannungs­betrieb möglich.

Begriffe & Erklärungen

Lastprofil

Ein Lastprofil besteht aus aneinandergereihten ansteigenden oder abfallenden Geradenstücken, die eine stetige Funktion für den zu regelnden Sollwert (Strom, Widerstand, Leistung, Spannung) bilden. Im Titelbild oben ist ein Konstantstrom-Lastprofil abgebildet.

Liste für Sollwerte

Diese Liste dient zur Definition eines Lastprofils und enthält die Sollwerte für die entsprechende Betriebsart. Ein Wert in der Liste repräsentiert den Sollwert, der im LIST-Betrieb während der Verweilzeit (siehe unten) geregelt wird.

Listen-Betriebsart

Die Listen-Betriebsart definiert die Grund-Betriebsart, die bei Ausführung der Liste aktiv ist, und wählt die entsprechende Sollwertliste aus.

Liste für Rampenzeiten

Diese Liste gehört zur Definition eines Lastprofils. Ein Wert in der Liste repräsentiert die Zeitdauer für den Anstieg/Abfall zum entsprechenden nächsten Sollwert.

Liste für Verweilzeiten

Diese Liste gehört ebenso zur Definition eines Lastprofils. Ein Wert in der Liste repräsentiert die Zeitdauer, für die der entsprechende Sollwert konstantgehalten wird.

Liste für Abtastzeiten in den Rampen

Diese Liste definiert die Messintervalle für die entsprechenden Rampen. Wenn Sie die Messdatenerfassung nicht brauchen, ist diese Liste überflüssig.

Liste für Abtastzeiten in den Verweilzeiten

Diese Liste definiert die Messintervalle für die entsprechenden Verweilzeiten. Wenn Sie die Messdatenerfassung nicht brauchen, ist diese Liste überflüssig.

Listensatz

Ein Listensatz besteht aus den Listen für das Lastprofil (Sollwerte, Rampenzeiten, Verweilzeiten) und den Listen für die Abtastzeiten. Die Elemente mit identischem Index in den einzelnen Listen (eines Listensatzes) definieren einen einzelnen Abschnitt des Lastprofils.

List Count

Die Anzahl der Durchläufe legt fest, wie oft der komplette Listensatz nach dem Starten ausgeführt wird.

Messdatensatz, Messdatenpunkt

Ein Messdatenpunkt ist ein Satz aus drei Messwerten bestehend aus Zeitstempel, Spannungswert und Stromwert. Beim Auslesen eines Messdatensatzes sind diese drei Werte jeweils durch Komma mit nachfolgendem Leerzeichen voneinander getrennt.

Dynamic Mode 03
Speicherbedarf von Listen

Ein gültiger Listensatz besteht aus mindestens drei gleich langen Listen. Die elektronische Last wählt die Liste für Sollwerte (level list) abhängig von der Listen-Betriebsart und verwendet die Listen für die Rampenzeiten und die Verweilzeiten für alle Betriebsarten gemeinsam. Daher muss der Benutzer bei einem Betriebsartwechsel die Listen für die Rampenzeiten, die Verweilzeiten und ggf. Abtastzeiten der neuen Listen-Betriebsart aktualisieren.

Ausführung der Listenfunktion

Die Listenfunktion kann mit dem entsprechenden SCPI-Befehl, lokal über die Benutzerschnittstelle oder durch ein Triggerereignis aktiviert werden. Die Ausführung der Liste startet, sobald der Lasteingang aktiv ist oder ein Triggerereignis auftritt. Dabei schaltet das Gerät automatisch in die Listen-Betriebsart. 

Wird während der Listenausführung der Lasteingang ausgeschaltet, unterbricht die Last die Listenausführung und führt sie mit dem Wiedereinschalten des Lasteingangs fort. Nach dem Ablauf oder dem Abbruch einer Liste wechselt das Gerät wieder in die zuvor eingestellte Grundbetriebsart mit dem dazugehörigen Sollwert für die zu regelnde Eingangsgröße. 

Messdatenerfassung durch die List-Funktion

Synchron zur Ausführung einer Liste kann die elektronische Last Messdatensätze mit einer variablen Abtastrate im internen Speicher ablegen. Dabei gibt es für jeden Listenabschnitt eine zugehörige Abtastrate. Bei aktivierter Datenaufzeichnung werden Spannung und Strom synchron gemessen und mit zugehörigem Zeitstempel gespeichert.

Der interne Gerätespeicher hat serienbezogen unterschiedliche Volumina. Ein Datensatz besteht aus Zeitstempel, Spannungswert und Stromwert. Ist das Ende des verfügbaren Datenspeichers erreicht, überschreiben die neuen Daten nach dem Ringpufferprinzip die älteren Daten.

Die gespeicherten Datensätze sind einzeln oder blockweise  aus der elektronischen Last auszulesen.

Die statische Messdatenerfassung kann nicht während einer laufenden Liste ausgeführt werden, wenn die Datenerfassung der List-Funktion aktiv ist. Die Ausführung einer Liste ist weder gleichzeitig mit der MPPT-Funktion noch mit der Innenwiderstandsmessung möglich. Entladefunktion und List-Funktion sind jedoch kombinierbar.